A – Arzneimittel

Ich habe mich so geärgert. Innerlich habe mich mich auf die Operation schon eingestellt, hatte alles organisiert. Aber als ich ins Krankenhaus kam, wurde mir gesagt: “Leider müssen wir ihre Operation verschieben. Sie nehmen doch Aspirin als Blutverdünner ein. Das hätten Sie vorher absetzen müssen!”

ein verärgerter Krankenhauspatient

Was jeder wissen sollte!

  • Namen und Wirkung meiner Medikamente
  • Arzneimittel, die ich vor der Operation absetzen muss
  • mögliche Nebenwirkungen
  • Anwendungshinweise
  • Medikamente richtig einnehmen

Auf was achte ich? Dass ich die Medikamente korrekt einnehme

Über die Wirkung und Nebenwirkungen informiere ich mich

Ich informiere mich, welche Medikamente ich absetzen muss

Falls möglich, nehme ich Apps, die mir die Medikamenteneinnahme erleichtern

Wie Sie die richtigen Medikamente richtig einnehmen

weitere Infos zu Apps

​Haben Sie eine aktuelle Liste mit allen Medikamenten, die Sie momentan einnehmen?

Wenn nicht, dann holen Sie das unbedingt nach. Es sollten auch die Medikamente aufgenommen sein, die Sie in den letzten Monaten noch eingenommen haben und die der Arzt abgesetzt hat.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Normalerweise werden Medikamente 3 x kontrolliert: Beim Richten, in der Nachtschicht und dann vor der Gabe an Dich. Dennoch kann es immer wieder vorkommen, dass Patienten die falschen Medikamente erhalten.

Deshalb fotografieren Sie Tabletten, so können Sie vergleichen, ob sich die Anzahl und auch die Art der Medikamente verändert haben.

Bei der Visite werden Anordnungen getroffen, Medikamente umgestellt, Untersuchungen angeordnet und vieles weitere besprochen. Wenn Sie aufmerksam zuhören und darauf hinweisen, dass Sie etwas nicht verstanden haben, sind Sie immer im Bilde, was mit Ihnen geschieht.

Tipp

Haken Sie deshalb nach, dann erfahren Sie auch welche Medikamente von der Liste gestrichen, also abgesetzt werden oder welche Medikamente neu angeordnet werden und sind bei der nächsten Medikamentengabe nicht überrascht.

Fragen, wenn etwas auffällt oder unklar ist:

  • Mehr oder weniger Medikamente als üblich
  • Zu einer anderen Uhrzeit als üblich
  • Über einen anderen Verabreichungsweg (z. B. Tablette anstatt Infusion)
  • Beschwerden, wie Hautveränderungen, Juckreiz, Schmerzen, Übelkeit, etc. auftreten

Fragen, die Sie stellen können:

  1. Was ist der Grund, dass ich mehr Tabletten habe?
  2. Diese Tablette sieht anders aus als sonst. Was ist das für ein Medikament und aus welchem Grund erhalte ich es?

Medikationsplan

der bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP)

Die Einnahme von Medikamenten stellt Patienten vor eine große Herausforderung. Es gab Probleme, wie Wechselwirkungen unter den verschiedenen Medikamenten, da der eine Arzt vom anderen Arzt nicht wusste, was er verordnete. Oder es kam zu Einnahmefehlern, da z. Bsp.  die genaue Dosierung, der Zeitpunkt oder die Art der Einnahme nicht bekannt waren. Das will man mit diesem Medikationsplan verhindern.

Seit 2016 haben Patienten deshalb ein Anrecht auf eine ausgedruckte Übersicht aller verordneten Medikamente, wenn bei Dir folgendes vorliegt:

mindestens gleichzeitig 3 Medikamente, die auf Kassenrezept verordnet sind systemisch, also auf den ganzen Körper, wirkende Medikamente

Anwendung länger als 28 Tage (Daueranwendung)

Was muss auf dem Medikationsplan dokumentiert werden?  Alle Arzneimittel, also verordnete und die ohne Verschreibung Selbstmedikation).

  • Hinweise zur Anwendung der Medikamente
  • Dosierungsanweisung
  • bei zeitlich befristeter Medikation: die Dauer der Anwendung
  • Besonderheiten, die bei der Anwendung zu beachten sind 
  • Medizinprodukte (soweit relevant), zum Beispiel Inhalatoren, Insulin-Pens.

Der Medikationsplan listet folgende Informationen in Tabellenform auf:

  • Wirkstoff
  • Handelsname
  • Stärke (oft in mg)
  • Darreichungsform (Mund, Infusion, rektal, etc.)
  • Dosierung (Zeitpunkt der Verabreichung)
  • Einnahmegrund sowie
  • sonstige Hinweise zur Einnahme

An diesem Medikationsplan können folgende Berufsgruppen Änderungen, um die Medikamente auf dem aktuellen Stand zu halten, vornehmen:

Hausarzt, Facharzt, Apotheker, Klinik

Kassenärztliche Bundesvereinigung gibt Infos

Weitere Informationen stehen auf der Homepage der

Kassenärztlichen Bundesvereinigung

http://www.kbv.de/html/medikationsplan.php

Medikationsplan schafft Überblick

Auf der Info-Seite der BAGSO-Service-Gesellschaft gibt es zahlreiche praktische Tipps und Hintergrundinformationen zum bundeseinheitlichen Medikationsplan.

Häufige Fragen und Antworten werden geklärt

https://www.medikationsplan-schafft-ueberblick.de/Startseite/

Tipp „Infos zu Medikamenten im Internet“

Nutze Internetseiten oder bitte Verwandte, Freunde oder Bekannte, die sich mit Computer und Internet auskennen, sich auf die Suche nach typischen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen zu begeben.

Folgende Symptome/Reaktionen können Hinweise auf Nebenwirkungen auf ein Medikament sein:

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Juckreiz
  • Husten
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Hautreaktionen
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Frösteln
  • Hitzewallungen  etc.

Wenn Sie ansonsten keine andere Erklärung für Ihre Beschwerden haben, dann könnten es Nebenwirkungen sein, die Sie dem Klinikpersonal melden sollten.

Auf folgenden Internetseiten finden sich Hintergrundinformationen zu Krankheitsbildern und Medikamenten:

www.doccheck.de

www.univadis.de

www.arzneitelegramm.de

Aber nur Angehöriger medizinischer Fachberufe, wie Ärzte, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte aber auch Physiotherapeuten haben Zugriff auf medizinische und pharmazeutische Informationen.

Um an diese Informationen zu kommen, müssen sich diese Berufsgruppen lediglich registrieren und einen Berufsnachweis, also die Urkunde des Pflegeexamens oder die Approbationsurkunde des Medizinstudiums per pdf-Dokument einschicken. Fragen Sie im Verwandten-, Freundes- oder Bekanntenkreis nach. Normalerweise müsste jeder von uns jemanden kennen, der einen Gesundheitsberuf, wie Arzt, Apotheker, Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger, Medizinische Fachangestellte, etc., hat und somit an diese weiterführenden Informationen ohne Probleme herankommt.

Mittlerweile gibt es auch viele sehr gute Internetangebote. Nutzen Sie, wenn möglich, direkt in Ihrer Apotheke das Angebot der Beratung. Spezielle Datenbanken kann der Apotheker per Mausklick abrufen.

  • Beobachtung
  • Welche Medikamente nehme ich ein
  • Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  • Welche Wechselwirkungen können auftreten?
  • Was kann ich bei mir beobachten?
  • typische Nebenwirkungen

About Martin Huber

Aus schmerzlichen Erfahrung lernen … Der Autor, Martin Huber, litt an einem Kopftumor, der lange Jahre unerkannt blieb, was mit einem langwierigen Leidensweg mit Symptomen, wie massivem Schwindel, innerer Unruhe, Schluckbeschwerden, Ohrgeräuschen (Tinnitus) und einer Gesichtsnervreizung mit stärksten Schmerzen (Trigeminusneuralgie) verbunden war. Der Tumor, glücklicherweise gutartig, wurde im April 2018 in der Neurochirurgie der Universitätsklinik Freiburg erfolgreich operiert. Der Autor schlüpfte dadurch hautnah in die Patientenrolle. Dieser Perspektivenwechsel eröffnete ihm einen direkten Blick auf die Situation von Patienten in der Klinik und lieferte ihm viele wertvolle Impulse für dieses Buch.

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